Social Media ist nicht nur ein wirklich geniales Instrument, wenn es um einfache Kommunikation mit den Kunden geht, oder um die Reichweite eines Unternehmens zu steigern, nein es kann auch ziemlich nach hinten los gehen.

Das hat gerade der Britische insolvente Entertainment-Einzelhändler HMV selbst erleben müssen. Dieser Händler hat bis zum schluss keine wirkliche Social Media Strategie gehabt und es den Mitarbeitern überlassen. So hat ein Praktikant vor Jahren mal den Twitter Account installiert und dann einem Social Media Team übergeben. Dieses Team hat vermutlich das Twitter Passwort aber nie geändert. Das hat sich heute gerächt.

Heute kamen auf einmal komische Tweets über den Firmen Twitter Kanal @HMVTweets

hmv_tweets

Übersetzt also Tweets wie:

Wir twittern live von der Beschäftigtenversammlung, auf der wir alle entlassen werden. Aufregend!!

Massenhinrichtung von loyalen Angestellten

Da der Twitter Account von HMV viele Follower hat ist das natürlich nicht unbemerkt geblieben. So dauerte es nicht lange, bis auch diese Tweets Retweetet (Twittersprache für Wiederholt)

Screenshot Twitter HMV

Kurze Zeit später hat man wohl das Twitterpasswort gefunden und den Urheber dieser Tweets stillgelegt. HMV hat bis jetzt noch keinen Kommentar dazu veröffentlicht, es wurde nur bestätigt, dass HMV 190 Leute entlassen hat und der Rest von den 4500 Angestellten darf noch immer um den Arbeitsplatz bangen.

Unter dem Hashtag #hmvtweets kann man die Tweets noch nachlesen und auch die Diskussion die daraus entstanden ist.

Nun was lernen wir daraus?

      1. Es ist sehr wichtig, dass man ein Social Media Plan hat der nicht nur die Twitteraktionen definiert und die Kommunikation des Social Media Teams, man muss auch einen Plan haben, wenn man das Social Media Team abstellt oder wenn ein Shitstorm die Firma trifft
      2. Die Passwörter der benützen Social Media Kanäle sollte man regelmässig ändern und nur den wirklich zuständigen Personen aushändigen. Am besten wäre es natürlich wenn man Tools verwendendet die die Passwörter speichern. So müsste nur 1 Person das Passwort kennen und könnte im Notfall schnell das Passwort ändern und so die anderen aussperren.
      3. Wenn etwas in die Hose geht – und Murphy schlägt immer irgendwann mal zu – darf man sich nicht überraschen lassen. Unüberlegtes Handeln bei so einem Fall kann mehr Schaden anrichten als der Notfall selbst.

Das hier ist ein klassisches Beispiel von „blöd gelaufen“. Es hat bis jetzt noch keinen wirklichen Schaden verursacht – ein Shitstorm ist zur Zeit noch nicht sichtbar. Es ist einfach Ärgerlich für das Unternehmen (und natürlich auch für die Entlassenen Angestellten).

Es zeigt auch ganz klar, dass ein gutes Instrument wie Social Media in den falschen, frustrierten Händen auch schädlich eingesetzt werden kann.